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Bierbrauer 2008




Bierbrauerszene - 725-jähriges Stadtjubiläum Stockach, 2008


Im Jubiläumsjahr 2008 wurden von Vereinen geschichtliche Szenen auf Plätzen und Straßen öffentlich aufgeführt.
Diese stellten markante Ereignisse dar. 

Dem Eintracht-Chor Stockach war die Darstellung der Bierbrauer, die es einst in der Stadt in großer Zahl, wie
auf den Leib geschneidert.

Es wurden Lieder zu diesem Thema, so Trinklieder aus dieser Zeit und die zugehörigen Theaterszenen einstudiert.

Die Szene war auf der Bühne realistisch dargestellt. So leihte man die passenden Kostüme der 1870-er Jahre vom
Stadttheater Konstanz aus , die Lederschürzen von den Stockacher Zimmerern.
Jeder Darsteller hatte einen Bierkrug in der Hand.

Die Aufführung begann mit einem Prolog, teils in Versform, welche die Bedeutung und Erläuterungen des
Sing- und Theaterspiels der großen Zuschauerzahl kund tat.

So dass es damals in Stockach 13 Brauereien gab, welche 37 Gasthäuser belieferten. Das war einsame Spitze
in der badischen Landesstatistik, denn man hatte in Stockach 1880 nur 2038 Einwohner. Das waren 55 Einwohner
auf ein Stockacher Wirthaus, gerechnet auf 2011 kämen über 300 Gaststätten raus.

Der Vorsitzende des örtlichen Bierbrauervereins war die dominante Theaterfigur. Es wurden ein Feuerwerk von
Trinkliedern und Sprüche auf das Wohl besungen mit Soloeinlagen dargestellt. Im Schlussbild kamen die im Stile
der damaligen Zeit kostümierten Frauen des Chores auf die Bühne und feierten mit.

Die Dirigentin des Chores, Frau Köberle koordinierte das Ganze weitgehend unbemerkt aus dem Publikum heraus
und gab in den Pausen dazwischen so manchen wichtigen Rat.

Die Vorbereitungen und die Aufführungen am Jubiläum haben allen Beteiligten sehr viel Spaß und Freude bereitet.
Die Aufführung kam bei den Festbesuchern sehr gut an. Es  wurde kräftig mitgesungen und fleißig am Bewirtungsstand
der Eintracht gezecht.



Prolog der Szene durch Wolfgang Kreutel und Willy Künkele:
 

“Die Bierbrauer von Stockach waren einst eine Macht,

ihre Wirtshäuser hatten geöffnet Tag und Nacht,

sie und der Nellenburger Verkehrsknotenpunkt zu jener Zeit,

machten Stockach zum wichtigsten Marktplatz weit und breit.

Das Wasser der Bäche, Quellen und Brunnen damals ohne Kontrolle,

drum spielte Bier für Durst und Ernährung eine sehr wichtige Rolle,

denn Wasser konnte man damals nur abgekocht trinken,

sonst, oh weh, tat der Sensenmann winken.

Drum nehmet es den Alt Stockacher Bürgern nicht krumm,

wenn saumäßig hoch war der Bier und Weinkonsum.


Der älteste archivarische Hinweis auf ein Wirtshaus in Stockach stammt aus dem Jahr 1615. Seither ist die „Krone“
nachweisbar. Das Wirtshaus befand sich neben dem „Adler“ in der Hauptstraße 9,  heute Haus Pfeiffer, Friseursalon.
Nach Auseinandersetzungen mit dem Adlerwirt zog der „Kronenwirt Winter“ 1732 auf die gegenüberliegende
Straßenseite, wo am Gebäude Honold heute noch oberhalb des 1. Stockes an der Hausfassade eine Krone zu
sehen ist.

 

Mit städtischer Zulassung je nach Angebot und Form,

wuchs im 19. Jahrhundert die Anzahl der Wirtschaften enorm,

man hatte zwischen Schank-, Kaffee- und Besenwirtschaften die Wahl.

37 Gasthäuser gab es in Stockach, eine wahnsinnig hohe Zahl.

Das war einsame Spitze in der badischen Landesstatistik,

denn man griff 1880 nur auf 2038 Einwohner zurü(i)ck.

Das waren 55 Einwohner auf ein Stockacher Wirthaus,

gerechnet auf heute kämen über 300 Gaststätten raus.

 

Die Stockacher Lokale des 19. Jahrhunderts wurden von bis zu 13 örtlichen Brauereien mit Bier versorgt.
Die Brauer waren seit 1848 in einem Ortsverein zusammengefasst, der 1879 immer noch die Besitzer von
11 Brauereien nachweist.
Während  als Treffpunkt von Einwohnern und Gästen das „Bürgerliche Brauhaus“ in der Hintergasse, der
heutigen Kaufhausstraße und vor allem der dortige Stammtisch, wichtig waren, galten die Brauerei
Weeh, heute Haus Stengele am Marktplatz, Reisebüro Kleiner und die Brauerei Ortlepp, heute Metzgerei
Knoll, als die Bedeutendsten.

 

Acht Hopfenmärkte fanden im Jahr 1884 in Stockach statt,

große Reb- und Ackerflächen wurden zu Hopfengärten gemacht.

…und höret, Stockacher Hopfen, die Basis für die Bierproduktion,

war der bedeutendste Hopfenmarkt in der Süddeutschen Region.

…und nun vernehmet life aus jener Zeit,

ihr Bierbrauer seid Ihr zum Dialog bereit?”





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Fr. Köberle, unsere Dirigentin vernahm's mit Freude!



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